Die ersten Schulwochen sind vorbei - jedoch fließen immer noch Tränen

Veröffentlicht am 27. September 2026 um 12:00

Die ersten Schulwochen sind vorbei und jeden Morgen beim Abschied verdrückt Ihr Kind noch ein paar Tränen. Sie fahren zur Arbeit oder nach Hause und fühlen sich schlecht, weil sie sich von Ihrem weinenden Kind verabschieden mussten, denn schließlich muss es in die Schule - in Deutschland besteht die Schulpflicht. Sie fühlen sich womöglich niedergeschlagen, sind selber traurig oder gar verärgert und  fragen sich, was sie noch tun können. 

Es ist völlig normal, dass Sie sich hilflos fühlen und sich fragen, was Sie noch machen können. Jedes Kind ist unterschiedlich und braucht seine Zeit, um sich der neuen Situation anzupassen. Schule ist viel größer als Kindergarten und ein ganz anderes System. Manche Kinder benötigen mehr Zeit, um das zu verarbeiten und sich zurecht zu finden als andere Kinder - denn schließlich sind wir alle unterschiedlich. Den Weg alleine bis ins Klassenzimmer gehen, als kleinster der Schule, kann manchmal ziemlich herausfordernd sein und einen Überwindung kosten. Denn schließlich ist ihr Kind nicht mehr das große Kind, wie es im Kindergarten war, es ist wieder das kleine Kind und muss sich neu orientieren. Das kann schon mal viel Mut kosten und um mutig zu sein, muss man auch vor etwas Angst haben. 

Geben Sie Ihrem Kind in dieser Phase Sicherheit, halten Sie sich an Absprachen und hören Sie Ihrem Kind zu - geben Sie Ihrem Kind den Raum auch frustriert zu sein. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind nachmittags jetzt mehr Ruhephasen benötigt, oder eine längere Kuscheleinheit, um Kraft zu tanken. 

Vor allem, setzten Sie Ihr Kind nicht unter Druck - denn es kann Sachen "noch nicht". Bestärken Sie Ihr Kind, indem Sie Ihrem Kind sagen, was Sie beobachten. 

Hier ein paar Beispiele für den Alltag:

- Ich höre, wie wütend/traurig du gerade bist. Das ist völlig okay. Es war auch ein langer Tag in der Schule.

- Ich sehe, wie schwer dir der Abschied fällt. Ich bleibe kurz bei dir, bis du einmal tief durchgeatmet hast, dann gehe ich zur Arbeit. Ich komme heute nach der Schule wieder.

- Ich sehe ein breites Lächeln in deinem Gesicht, wenn du von deinen Freunden in der Schule erzählst, das freut mich riesig.

- Ich sehe, wie mutig du heute in die Schule gegangen bist, auch wenn du anfangs noch ein bisschen unsicher warst

Geben Sie sich und Ihrem Kind die Zeit, die es für diesen Übergang braucht. Schaffen Sie sich bewusst Inseln im Alltag, damit Sie aufgetankt sind und Kraft für Ihr Kind haben. Denn nur wer selbst stabil steht, kann ein sicherer Hafen für andere sein.

Reflektieren Sie heute einmal in Ruhe: Was brauchen Sie ganz persönlich, damit dieser Übergang gelingen kann? Welcher kleine Schritt tut Ihnen gut, um mit Ruhe und Zuversicht in die nächsten Wochen zu starten?